Warum wir alle weniger Delulu-Labubu und mehr Bellucci sein sollten

Moment mal, war das da letzte Nacht wirklich eine echte Frau, die da über den roten Teppich gegangen ist? Die Rede ist von Monica Bellucci bei den BAFTA Awards 2026. Keine glattgebügelte Haut, kein runtergehungerter Körper, keine gesichtslose Idealisierung aus der Schönheitsklinik, sondern eine Frau, die zur Abwechslung mal ganz sie selbst ist.

Monica Bellucci in London zu sehen, war mehr als ein gewöhnlicher Red-Carpet-Auftritt. Normalerweise werden diese Events ja von der Zurschaustellung von flachen Idealen und retuschierter Perfektion dominiert. Dieser Auftritt war anders. In einer Welt, die Frauen auf glatte Oberflächen reduziert, in der Kurven und Linien zu Fehlern erklärt werden, war Bellucci ein Statement – und eine Ode ans Frausein: Schönheit darf gelebt werden. Sie darf sich zeigen. Sie darf erzählen, wer wir sind. Mit allem, was das Leben und das Alter eben so mit sich bringen.

Wahre Schönheit entsteht aus Authentizität

Was Monica Bellucci mit ihrem Auftritt deutlich gemacht hat? Dass wahre Eleganz aus Authentizität entsteht. Kurven, Falten, Augenringe, all das sind keine Makel, sondern Zeichen eines gelebten Lebens und Ausdruck von Weiblichkeit – vor allem aber: Menschlichkeit. Denn echte Schönheit entsteht nicht durch Verstecken, Korrigieren oder den Versuch, die Spuren des Lebens um jeden Preis wegretuschieren zu müssen. Sie entsteht durch Selbstliebe und durch Mut zur eigenen Geschichte. Es sind die sichtbaren Spuren von Erinnerungen, von Freude, Schmerz und Überwindung, die in Belluccis Gesicht geschrieben stehen. Vom Lachen und Weinen, vom Jubeln und Toben.

Monica Bellucci hat auf dem Red Carpet übrigens ein schwarzes Kleid im Meerjungfrauenstil von Stella McCartney und eine millionenschwere Halskette von Cartier getragen. Warum ich das nur im Nebensatz erwähne? Weil es nicht der Rede wert ist. Denn die 61-Jährige trug in dieser Nacht etwas viel Wertvolleres, das mit materiellem Wert nicht aufzuwiegen ist. Und auch nicht in der Preisliste von Schönheits­praxen zur Auswahl steht: Selbstbewusstsein, das aus Annahme entsteht. Annahme dessen, wer man wirklich ist, wie man aussieht und welchen Wert man dem eigenen Körper beimisst. Es ist die Art von Schönheit, die auch wir uns in Zeiten unrealistischer Schönheitsideale und KI wieder tiefer ins Bewusstsein zurückholen sollten. Eine Schönheit, die weiblich, sinnlich, stark und authentisch ist. Schönheit, die nicht einzig und allein Skalpellen, Fillern und Liftings zu verdanken ist, sondern dem Leben.

Wir müssen aufhören, jede Falte oder Kurve zu bekämpfen

Wenn wir alle ein bisschen mehr „Bellucci“ sein könnten, würden wir weniger Zeit damit verschwenden, uns zu verstecken, und mehr damit, uns selbst und das Leben zu feiern. Wir müssten nicht jede Falte bekämpfen oder jede Kurve verstecken. Wir könnten uns endlich erlauben, sichtbar zu sein: sichtbar lebendig, sichtbar weiblich und sichtbar schön in unserer Echtheit. Nicht das Kleid, nicht der Schmuck, nicht der Glamour und auch nicht die Aura des Unnahbaren machten Monica Bellucci an diesem Abend zum Vorbild. Sie war ein Vorbild, weil sie echt war. Und genau das ist der wahre Luxus der Weiblichkeit. Worauf warten wir noch?